Unsere aktuellen Informationen im Überblick
frühere Beiträge ansehenSTARTSCHUSS FÜR GESCHLECHTERBEZOGENE ZAHNHEILKUNDE: 2. Hirschfeld-Tiburtius-Symposium / BerlinMULTITASKING: Alle gleich schlechtERNÄHRUNGSFOSCHUNG: Unterschiede bei Männern und FrauenDEUTSCHER ÄRZTINNENBUND: Mehr Beachtung der Geschlechteraspekte im GesundheitsbereichLUNGENEMBOLIEN: Bei jungen Frauen deutlich häufiger als bei gleichaltrigen MännernREISEMEDIZIN: Männer bekommen Fieber, Frauen eher Durchfall und AtemproblemeSCHULDGEFÜHLE: Männer und Frauen gehen unterschiedlich damit umWECHSELJAHRE: Männer halten Beschwerden für ÜbertreibungSTARTSCHUSS FÜR GESCHLECHTERBEZOGENE ZAHNHEILKUNDE: 2. Hirschfeld-Tiburtius-Symposium / Berlin
News vom 29. Juni 2010
Die Zeiten für ein Fragezeichen, ob man sich auch in der Zahnmedizin, wie in der Medizin, mit geschlechterbezogenen Aspekten befassen muss, sind sicher vorbei – das ist die klare Bilanz des 2. Hirschfeld-Tiburtius-Symposiums am 5. Juni 2010 in Berlin. Der Dentista Club, Veranstalter dieses jährlichen Symposiums, hatte bereits beim Motto der Veranstaltung „Gender Dentistry“ bewusst auf ein Fragezeichen verzichtet – zu eindrucksvoll waren die bereits im Vorfeld bekannten vielschichtigen Aspekte, die bei der Tagung noch um weitere ergänzt wurden. Die bereits seit zwei Jahren aktive Arbeitsgruppe unter dem Dach des Verbandes, die sich mit „Sexus & Gender“-Fragen in der Zahnheilkunde beschäftigt hatte, hat am Vorabend des Symposiums die Arbeitsebene und auch den Namen gewechselt und einen selbständigen Auftritt beschlossen: Als „Deutsche Gesellschaft für geschlechterbezogene Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ (DGGZ) wird sich die Fachgesellschaft, die ihre Thematik als Querschnitts-Fach versteht, im Frühsommer mit einem unabhängigen Portal der Fachöffentlichkeit vorstellen. Hier werden die Ergebnisse des 2. Hirschfeld-Tiburtius-Symposiums den fachlichen Startschuss in verschiedenen Disziplinen abgeben.
Weiterführende Downloads:
Hier finden Sie einen ausführlichen zusammenfassenden Bericht vom Symposium zurück zum SeitenanfangMULTITASKING: Alle gleich schlecht
News vom 24. Juni 2010
Risiko raus! Beim Multitasking sind alle gleich - schlecht
Multitasking bestimmt unseren Arbeitsalltag. Aber können Frauen tatsächlich besser als Männer mit mehreren Aufgaben gleichzeitig jonglieren? Sind Jüngere belastbarer als Ältere? Eine Studie des Instituts für Arbeit und Gesundheit der DGUV (IAG) widerlegt diese gängigen Vorurteile. Wer versucht, verschiedene Dinge gleichzeitig zu erledigen, zahlt einen Preis – egal ob Mann, Frau, jung oder alt. Nachlassende Leistungen, erhöhte Anspannung und dadurch ein potenziell erhöhtes Unfallrisiko sind die Folgen des Multitasking. Darauf weisen Unfallkassen und Berufsgenossenschaften im Rahmen ihrer Präventionskampagne "Risiko raus!" hin.
Die Leistung wird schlechter, der Puls beschleunigt sich
An der Studie nahmen 32 männliche und 32 weibliche Versuchspersonen im Alter zwischen 21 und 60 Jahren teil. Sie bekamen zwei realitätsnahe Aufgaben gestellt: Zum einen sollten sie bei einer Fahrsimulation bei entsprechenden Signalen die Spur wechseln. Zum anderen wurde eine Bürotätigkeit nachgestellt. Die Probanden sollten per Knopfdruck entscheiden, ob Worte, die sie auf dem Bildschirm sahen, Rechtschreibfehler enthielten oder nicht. Beide Aufgaben wurden zunächst ohne, dann mit einer Zusatzaufgabe erledigt. Bei der Fahraufgabe sollten die Probanden etwa eine Telefonnummer ins Handy tippen oder eine Wegbeschreibung vorlesen. Bei der Wortaufgabe wurde ihnen ein Text über Kopfhörer vorgespielt, zu dem sie im Anschluss Fragen beantworten mussten.
Untersucht wurden Leistung, subjektives Erleben und körperliche Reaktionen. Dabei zeigte sich, dass die Fahrleistung unter Multitasking-Bedingungen schlechter wurde, die Versuchspersonen waren angespannter, das Herz schlug schneller. Bei der Büroaufgabe zeigte sich ebenfalls eine Leistungsverschlechterung sobald eine weitere Aufgabe parallel bewältigt werden musste. Auch hier fühlten sich die Probanden angespannter.
Dazu die Versuchsleiterin Dr. Hiltraut Paridon: "Wer mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen muss, erhöht damit seinen Stress und macht Fehler. Das ist weder für den Einzelnen gut, denn er schadet damit seiner Gesundheit. Noch ist es gut für das Unternehmen, denn bei Stress geschehen mehr Unfälle und die sind teuer."
Da sich Doppelbelastungen im Arbeitsalltag aber kaum vollständig vermeiden lassen, rät Paridon: "Überprüfen Sie, in welchen Situationen Multitasking besonders kritisch ist und versuchen Sie an diesen Stellen etwas zu verändern. Das gilt vor allem für sicherheitsrelevante Tätigkeiten. Um seine eigene Gesundheit und die anderer zu schützen, sollte Multitasking vermieden werden."
www.dguv.de
ERNÄHRUNGSFOSCHUNG: Unterschiede bei Männern und Frauen
News vom 22. Juni 2010
Foto: contrastwerkstatt@fotolia
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Männer essen anders als Frauen
Von der Definition des eigenen Geschlechts über das Essverhalten
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Eigentlich weiß es jeder: Männer essen anders als Frauen. Oder essen Frauen anders als Männer? Auf jeden Fall gibt es - statistisch bewiesen - geschlechterspezifische Unterschiede. Frauen essen doppelt so viel Obst und Gemüse, verzehren dafür nur halb so viel Fleisch und trinken weniger Alkohol als ihre männlichen Artgenossen. Darüber hinaus wissen sie mehr über eine gesund erhaltende Ernährung. Und sie scheinen dieses Wissen auch effektiver umzusetzen, denn sie sind im statistischen Durchschnitt seltener fettsüchtig.
"Das ist alles genetisch bedingt", "von Natur aus so", wird gerne deklamiert. Mitnichten. Untersuchungen lassen ganz andere Schlüsse zu. Das jeweilige Essverhalten spiegelt vor allem die entsprechende Geschlechterrolle in der Gesellschaft wider. Essen ist somit ein Werkzeug zur Gestaltung der geschlechtlichen Identität und hilft Akzeptanz im sozialen Umfeld zu erlangen. Das Umfeld erwartet nämlich, dass man sich entsprechend "männlich - stark - fleischhaltig" oder "weiblich - schwach - pflanzlich" ernährt. Dass das kulturhistorisch gelernt ist, zeigt ein Vergleich mit Völkern, bei denen zum Beispiel Fleisch im Überfluss vorhanden ist. Hier gibt es keine statistischen Fleisch-Verzehrsunterschiede zwischen Männern und Frauen.
So sind bei genauerem Hinschauen auch die Ergebnisse der nationalen Statistiken vielmehr Ergebnisse einer gesellschaftlichen Konditionierung als einer genetischen Veranlagung. Mädchen, die schon in ihrer Kindheit ein Bild des Verzichtes antrainiert bekommen, werden auch als Erwachsene seltener übergewichtig sein. Die Frau, die klassisch immer noch die Verantwortung für den Haushalt trägt, hat konsequenter Weise auch mehr Wissen zum Thema Ernährung. Und gerade beim Thema Alkohol wird der gesellschaftliche Einfluss deutlich, wie Gruppenzwang in der Jugend oder der Zugehörigkeit zu sozialen Schichten. Eine Reduzierung nur auf das Geschlecht scheint dabei nicht ausreichend.
Vielleicht sollte man sich künftig von dem liebgewonnen Parameter "Geschlecht" als "natürliche Ursache" für unterschiedliches Verzehrsverhalten verabschieden. Gesellschaftliche und soziale Einflüsse sind vielmehr als Ursachen zu untersuchen. Und die Zeiten in denen es nötig und wirkungsvoll war, physiologische Unterschiede zwischen Mann und Frau als Rechtfertigung für die höhere soziale Stellung des Mannes zu instrumentalisieren, sind doch längst Geschichte.
aid, Andrea Kornblum
Weitere Informationen: im Fachartikel "Essen macht Geschlecht" der Zeitschrift Ernährung im Fokus, Ausgabe 05/2009: www.aid.de/fachzeitschriften/eif/eif_2009_0905.php
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Ernährungskommunikation unter Gender-Aspekten aid-Special über Zusammenhänge zwischen Essen und Geschlecht
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(aid) - Männer essen weniger Gemüse als Frauen, dafür aber fast doppelt soviel Fleisch. Und während Frauen oft "Dauerdiät" halten, zeigen Männer eher ein lustbetontes Essverhalten. Bereits bei Mädchen und Jungen sind unterschiedliche Essensvorlieben erkennbar. Solche Unterschiede haben vielfältige kulturelle und soziale Ursprünge. Die Frage lautet: Wie können Bildung, Beratung und Gesellschaft den verschiedenen Ernährungsbedürfnissen und -wahrnehmungen begegnen? Gender-Aspekte bieten zahlreiche Chancen für die Ernährungskommunikation. Das hat das 12. aid-Forum "Männer wollen mehr, Frauen wollens besser" gezeigt. In einem aid-Special zur Fachtagung zeigen neun Experteninnen und Experten verschiedener Fachgebiete, worin die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in Bezug aufs Essen begründet sind und wo Bildungseinrichtungen und Beratungsfachkräfte ansetzen können, um Männern und Frauen gezielt in ihrer Ernährungskompetenz zu stärken. Gleichzeitig fördert ein passgenaues Vorgehen auch ein Mehr an Geschlechtergerechtigkeit. Denn nach wie vor ist die Beköstigung der Familie überwiegend "Frauensache". Um solche Stereotypen aufzubrechen, müssen Kitas und Schulen im Rahmen einer gendersensiblen Betreuung schon früh verschiedene Rollen anbieten und vorleben, plädiert beispielsweise die Familiensoziologin Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Universität Gießen.
Neben soziologischen und kulturhistorischen Sichtweisen auf den Zusammenhang zwischen Essen und Geschlecht gehen die Beiträge auf Gender-Aspekte in der Werbung und Schulverpflegung ein. Wie können Jugendliche erreicht werden? Welche besonderen Bedürfnisse haben Männer in der Gesundheitskommunikation? Und können berufstätige Frauen in ihrem familiären Ess-und Versorgungsalltag unterstützt werden? Diesen und weiteren Themen geht der Tagungsband fundiert und praxisorientiert nach. Neun ausführlich dokumentierte Vorträge und Diskussionen sowie drei kurze Filmbeiträge auf einer beiliegenden CD sensibilisieren für die Bedeutung von Genderaspekten im Alltag und geben Denkanstöße für die Praxis der professionellen Ernährungskommunikation.
aid-Special "Männer wollen mehr, Frauen wollens besser! - Ernährungskommunikation unter Gender-Aspekten", Tagungsband zum 12. aid-Forum", 104 Seiten, Bestell-Nr. 61-3982, ISBN 978-3-8308-0911-1, Preis: 9,50 EUR zzgl. einer Versandkostenpauschale von 3,00 EUR gegen Rechnung
E-Mail: Bestellung@aid.de, Internet: www.aid-medienshop.de
DEUTSCHER ÄRZTINNENBUND: Mehr Beachtung der Geschlechteraspekte im Gesundheitsbereich
News vom 17. Juni 2010
DÄB begrüßt Forderungen der Frauenministerinnen-Konferenz zur besseren medizinischen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention
Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) teilt die Auffassung der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen-Konfrenz (GFMK) zu medizinischer Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention. Danach wird die unterschiedliche Herangehensweise für Männer und Frauen noch nicht genügend beachtet, obwohl Geschlechteraspekte im Gesundheitsbereich ebenso wichtig sein können wie die Berücksichtigung des Alters, der Größe und des Gewichts von Patientinnen und Patienten.
Männer und Frauen unterscheiden sich in ihren Lebensstilen und Bedingungen ebenso deutlich wie in vielen biologischen Faktoren oder ihren Krankheitsverläufen. Das wird medizinisch noch nicht genügend beachtet. Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) ist der Ansicht, dass die Gesundheitsbedürfnisse von Männern und Frauen künftig in der Grundlagenforschung, der Versorgungs- und Präventionsforschung deutlicher als bisher zu berücksichtigen sind.
Dr. Regine Rapp-Engels, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, unterstreicht: "Frauen und Männer benötigen eine geschlechtsspezifische Gesundheitsversorgung, die die biologischen und die sozialen Unterschiede berücksichtigt. Lange herrschte in der Medizin der androzentrische Blick vor. Die Norm war und ist leider immer noch häufig der männliche Körper und Patient. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in der Regel eins zu eins auf Frauen übertragen – allenfalls erfolgt beispielsweise bei Medikamenten eine Dosisreduktion. Aber Frauen sind nicht einfach nur 10 kg leichter als Männer. Es gibt deutliche biologische Unterschiede - im Sinne des englischen sex – und zwar jenseits der reproduktiven Gesundheit.“
Dies bedeutet, dass für die Anwendung von Arzneimitteln künftig in allen Phasen der klinischen Prüfungen deren Wirkung auf die Unterschiede bei Männern und Frauen beurteilt werden und Nutzen und Risiken vom IQWiG (Institut für Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) auch geschlechtsdifferenziert bewertet werden sollten. Gleichzeitig heißt dies, dass auch in der Gesundheitsversorgung die soziokulturellen Aspekte von Geschlecht zu berücksichtigen sind: beispielsweise das Kommunikations- oder Verschreibungsverhalten von Ärztinnen und Ärzten oder die Bedürfnisse von Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen und Lebensphasen - also von jungen und älteren Frauen, von Frauen und Mädchen mit Behinderungen, von Müttern oder von Frauen mit Migrationshintergrund.
Bei der Entwicklung und Implementierung von Konzepten und Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention sind die Gesundheitssituation und das Gesundheitsverhalten von Frauen und Männern ebenfalls zu berücksichtigen. Geschlechtsspezifische Aspekte der Prävention sind in der Primärprävention, zum Beispiel bei Impfungen, ebenso zu finden wie bei der Sekundärprävention im Rahmen der Krebsfrüherkennung und bei der Tertiärprävention zur Verhinderung von Folgeerkrankung bei bereits eingetretener Gesundheitsstörung. Insbesondere das unterschiedliche Risikoverhalten von Männern und Frauen ist besser zu erforschen.
Der Deutsche Ärztinnenbund setzt sich darüber hinaus auch für geschlechtssensible Maßnahmen des Arbeitsschutzes ein, um Benachteiligungen bei den Arbeitsbedingungen auszugleichen. Dr. Regine Rapp-Engels: "Die Gestaltung des Arbeitsplatzes, der Arbeitsorganisation und der Arbeitsmittel ist, am Modell des „Durchschnittsmannes“ orientiert und ignoriert weitgehend die weiblichen Bedürfnisse – und dies, obwohl die Gesetzgebung der EU nicht nur die Gleichbehandlung von Männern und Frauen verlangt, sondern auch fordert, dass sich die Arbeit an die Beschäftigten anpassen muss.“
www.aerztinnenbund.de
LUNGENEMBOLIEN: Bei jungen Frauen deutlich häufiger als bei gleichaltrigen Männern
News vom 09. Juni 2010
Thrombose-Initiative e.V.
Welche Rolle spielt die Pille? Lungenembolien bei Mädchen und jungen Frauen deutlich häufiger als bei gleichaltrigen Männern
Junge Mädchen und jüngere Frauen in Deutschland werden viel häufiger mit der Diagnose Lungenembolie ins Krankenhaus eingeliefert als gleichaltrige Männer. Dies hat die Auswertung von DRG-Daten aus den Jahren 2005 bis 2007 ergeben. Prof. Dr. Knut Kröger, Direktor der Klinik für Angiologie am Interdisziplinären Gefäßzentrum der Helios-Klinik in Krefeld und Initiator dieser Auswertung: "Es liegt nahe, die Frage nach dem Einfluss der Pille zu stellen."
Da die geschlechtsspezifische Datenlage zum Auftreten von Lungenembolien und tiefen Beinvenenthrombosen, einer häufigen Ursache von Lungenembolien, bislang recht uneinheitlich war, bediente sich Prof. Kröger der vollständigsten aller möglichen Quellen: der DRG-Daten, die seit 2005 bei Einlieferung ins Krankenhaus als Diagnose zwingend erhoben, einheitlich kodiert und an das Statistische Bundesamt weitergegeben werden.
Die Ergebnisse fielen unerwartet, aber eindeutig aus: Ab dem Alter von 12 bis 13 Jahren stieg die Lungenembolie- und Thromboserate bei Frauen im Auswertungszeitraum deutlich an, während sie bei Männern einen gleichmäßigen, leicht ansteigenden Verlauf nahm. Besonders groß war der Unterschied in der Altersgruppe der 16- bis 17-Jährigen. Hier waren Mädchen 3- bis 5-Mal häufiger betroffen. Bis zum Alter von 32 bis 33 Jahren nivellierte sich der Unterschied allmählich wieder. Der absolute Unterschied zwischen den 10- bis 40-jährigen Frauen und Männern betrug in den Jahren 2005 bis 2007 maximal 318 bis 463 Fälle für Lungenembolie bzw. 445 bis 606 Fälle für die tiefe Beinvenenthrombose.
"Wenn wir davon ausgehen, dass praktisch jede symptomatische Lungenembolie stationär behandelt und damit durch das DRG-System erfasst wird, und berücksichtigen, dass eine Lungenembolie bei jungen Menschen selten vorkommt, aber häufig lebensbedrohlich ist, müssen uns diese Ergebnisse zu denken geben", so Dr. Christian Moerchel, der als niedergelassener Internist und Vorsitzender der Thrombose-Initiative e.V. mit an der Untersuchung beteiligt war. Beide in der Thrombose-Initiative engagierten Ärzte haben ein besonderes Interesse daran, die Umstände zu identifizieren, die zur Entwicklung einer venösen thromboembolischen Erkrankung beitragen - damit Menschen mit Risikofaktoren diesen entgegenwirken können. Bei jungen Frauen sind Schwangerschaften und die Einnahme der Pille als besondere Risikofaktoren anzusehen. Prof. Kröger: "Schwangerschaften können aber nur etwa ein Fünftel des absoluten Unterschiedes bei der Lungenembolie erklären. Die Einnahme der Pille wird in den DRG-Daten leider nicht dokumentiert. Indirekte Hinweise lassen jedoch auf einen gewissen Einfluss der Pille schließen."
Die von der Thrombose-Initiative e.V. vorgelegte Analyse könnte sich als Überwachungstool für die Entwicklung von venösen Thromboembolien in Deutschland eignen. Sollten neuere Pillenpräparate wirklich mehr Thromboembolien verursachen, müsste sich dies in den Zahlen widerspiegeln.
Wer mehr über Thromboserisiken wissen möchte, kann bei der Thrombose-Initiative e.V. unter info@thrombose-initiative.de oder Telefon 06048/3895 eine kostenlose Informationsbroschüre anfordern.
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Schätzungen zufolge sterben in Deutschland jedes Jahr rund 30.000 bis 40.000 Menschen an einer Lungenembolie, häufig als Folge einer tiefen Beinvenenthrombose. Viele von ihnen könnten durch eine adäquate Prophylaxe und frühzeitige Behandlung gerettet werden. Der Tod durch Lungenembolie ist in den meisten Fällen vermeidbar.
www.thrombose-initiative.de.
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News vom 29. Mai 2010
Unterschiedlich krank auf Reisen // Männer fiebern, Frauen haben Durchfall
Frauen erkranken auf Reisen öfter an Durchfall und Infektionen der Atemwege, Männer eher an Malaria und anderen Fiebererkrankungen. Das berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf eine Studie, für die zwischen 1997 und 2007 Daten von rund 60000 Patienten ausgewertet wurden, die eine von weltweit 44 Kliniken für Reisekrankheiten aufgesucht hatten. Die Wissenschaftler der Universität Zürich, die die Untersuchung durchführten, empfehlen, die Reiseapotheke den Risiken anzupassen: Frauen sollten vor allem genügend Durchfall-Medizin, Männer Insektenschutzmittel mitnehmen.
zurück zum SeitenanfangSCHULDGEFÜHLE: Männer und Frauen gehen unterschiedlich damit um
News vom 25. Mai 2010
Frauen fühlen sich schneller schuldig als Männer. Das berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf eine Studie aus der Universität von San Sebastián (Spanien). Bei den Untersuchungen erlebten Frauen Schuldgefühle nicht nur häufiger, sondern auch intensiver. Vor allem junge Männer plagte deutlich seltener ein schlechtes Gewissen. Erst im Alter von 40 bis 50 Jahren nähern sich die Geschlechter in diesem Punkt einander an.
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News vom 18. April 2010
Wechseljahre - Männer ziemlich ahnungslos - Umfrage: Zwei Drittel geben zu, über dieses Thema "eigentlich so gut wie nichts" zu wissen - Viele halten Beschwerden für Übertreibungen
"Wechseljahre?! - Mit diesen Problemen haben Frauen zu kämpfen, was geht mich das an!". So oder ähnlich denken in Deutschland scheinbar viele Männer. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der "Apotheken Umschau" gaben zwei Drittel der männlichen Befragten (66,7 %) zu: "Über das Thema 'Wechseljahre' weiß ich eigentlich so gut wie nichts". Doch obwohl sie einräumen, sich kaum mit diesem Thema auseinandergesetzt zu haben, gehen viele einfach davon aus (46,4 %), dass Frauen mit ihren Beschwerden im Klimakterium übertreiben. Jeder zweite Mann (49,7 %) gibt zudem zu, das Thema sei ihm "irgendwie unangenehm", damit möchte er sich folglich nicht sonderlich intensiv beschäftigen.
Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau", durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 993 Männern ab 14 Jahren.
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